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Willkommen in Röhrenfurth

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Chronik der Schule

© Dorfgemeinschaft
Röhrenfurth

Letzte Änderung:
28.08.2011

800 Jahre Röhrenfurth (1982)
Geschichte und Geschichten eines Dorfes
Aktualisierte Ausgabe

Die Schule zu Röhrenfurth

Die Anfänge der Röhrenfurther Schule liegen im Dunkel der Vergangenheit verborgen. So ist nicht bekannt, wann hier zum erstenmal Unterricht erteilt wurde. Obwohl die ehemals adelige Dorfschaft der Herren von Röhrenfurth bereits im Jahre 1182 urkundlich erwähnt wird, stammen die ältesten bekannten Schulakten erst aus dem Jahre 1739. Regelmäßige Aufzeichnungen gibt es seit 1872, als die Einrichtung und Führung einer Chronik jeder Schule zur Pflicht gemacht wird.

Die ältesten bekannten Anstellungsurkunden benennen aus dem Jahre

1739

Schulmeister Johannes Sträube aus Borghof

1772

Corporal Justus Müller vom Fr. v. Sachsen-Gotha-Regiment

1797

Schulmeister-Adjunktor Johannes Sandrock aus Obergude.
Von ihm wird berichtet, daß er Lehrer, Leinweber, Metzger und Kirchenmusikant war.
Die Anstellungsurkunden sind unterzeichnet vom jeweiligen "Superintendenten am Fulda-Werra-Strom"

 

weitere Lehrer sind:

1834

Schullehrer Conrad Zinn aus Steindorf

1839

Schullehrer Martin Siemon

1843

Schullehrer Ludwig Schomberg

1852

Schullehrer Peter Weppler aus Hattendorf bei Ziegenhain

1855

Schullehrer Christian Pflüger aus Maden bei Fritzlar er hatte zwei Vertreter, die Gehülfen Maifahrt aus Elfershausen und Boß aus Görzhain

1887

Lehrer Glänzer aus Beenhausen

1888-1919

Lehrer August Ackermann aus Nausis

1903-1907

Schulamtsbewerber W. Schneider

1907-1911

Lehrer Zimmermann

1911-1915

Lehrer Friedrich Scherp

1918-1919

Lehrer Fleischlen

1919-1954

Lehrer Otto Riemenschneider

1919-1920

Lehrer Gustav Engelhardt

1920-1938

Hauptlehrer Eduard Lange

1937-1939

Lehrerin Frl. Mathilde Heuckeroth

1939-1947

Lehrer Julius Volkwein

1947-1960

Lehrer Theodor Wenderoth

1948-1963

Lehrerin Martha Leberl geb. Fröhlich

1955-1973

Hauptlehrer Willi Schröder

1961-1963

Lehrer G. Rosenstock

1963-1966

Lehrer B. Wulf

1963-1971

Lehrerin Frl. Ingelinde Eichhorn

1971

Hauptlehrer G. Buttstädt

1974-1979

Lehrerin Karla Metz geb. Kühne

1979

Lehrer Heinz Kunzendorf

Über die Besoldung der Lehrer in früherer Zeit gibt die "Speciale Beschreibung" des "Lager-, Stück- und Steuerbuches der Dorfschaft Röhrenfurth Ambts Milsungen" des Jahres 1744 Auskunft. Dort heißt es in § 8: "Freyes Schulhauß Güther Besoldung und accidentien. Alhier ist ein freyes Schulhauß aber keine freye Schulgüther, und hat die Gemeinde zwar einen eigenen Schulmeister welchen sie von jedem Kind den Winter durch 8 Alb. vor Holz, ingl. vor die Sommerschüler 2 Alb. desgl. an accidentien alß
1    bey einer Copulation    3 Alb.    6 Hl.
2    Bey einer Leich            3 Alb.    6 HL
3    Bey einer Kind taufe    3 Alb.    6 Hl.
so dann aber müßen sie dem Schulmeister zu Schwarzenberg 2 leibe brod und 1 Alb. aus jedem Hauße geben.
Nc.: Laut höchsten allergnäd. Urtheil am 26ten November 1743 ist diese Abgabe nach Röhrenfurth bestimmt".

Das alte Schulhaus am Eingang des Kirchhofes wurde 1842 durch einen Neubau im heutigen Unterdorf ersetzt.
Zum ersten Male wird im Jahre 1822 die Anzahl der die Schule besuchenden Kinder erwähnt - 61 Schüler (28 Knaben und 33 Mädchen). 1854 sind es 81 Schüler, 1889 bereits 120. Als zur Jahrhundertwende die Schülerzahl auf 142 steigt, wird der Schulsaal zu eng. Die damalige Königliche Regierung genehmigt eine 2. Lehrstelle. Die Gemeinde kauft von dem Gastwirt Georg Nödel einen Bauplatz und errichtet ein neues Schulhaus, das im Jahre 1903 fertiggestellt wird. Die 2. Schulstelle wird am 16.10.1903 dem Schulamtsbewerber Waldemar Schneider aus Kirchberg übertragen. Die Schule hat zu dieser Zeit 146 Schüler. 1907 wird Schneider zum Militär eingezogen, seine Stelle übernimmt der Lehrer Johannes Zimmermann, der im Mai 1911 von dem Schulamtsbewerber Friedrich Scherp aus Obermöllrich abgelöst wird.

Während des 1. Weltkrieges unterrichtet Lehrer Ackermann weitgehend allein, nur bis Februar 1915 unterstützt von Lehrer Scherp, der dann eingezogen wird und am 4. 9. 1915 an den Folgen seiner in Frankreich erlittenen Verwundung stirbt. Am 1. 4. 1918 wird die 2. Lehrerstelle vorübergehend durch den kriegsbeschädigten Lehrer Johannes Flaischlen aus Mochewitz (Provinz Sachsen) besetzt.
Die Schüler werden im letzten Kriegsjahr zu vielerlei Sammlungen herangezogen. Gesammelt werden Altpapier, Knochen, Frauenhaar, Alteisen, Gummi, Korken, Tee- und Arzneikräuter, Futterreisig, Laubheu, Brennesseln und Bucheckern. Im November muß die Schule wegen einer Grippe-Epidemie (spanisches Fieber) geschlossen werden.

Am 17. 11. 1919 verstirbt Lehrer Ackermann. Ein großer Leichenzug folgt seinem Sarge; am Grabe hält der Ortsgeistliche Pfarrer Becker eine herzergreifende Rede. Am 16. 8. 1919 bekommt der Schulamtsbewerber Otto Riemenschneider die 2. Lehrerstelle übertragen. Von November 1919 bis April 1920 ist auch der Schulamtsbewerber Gustav Engelhardt aus Kassel hier tätig. Am 1. Mai 1920 tritt Lehrer Eduard Lange aus der Stadtschule Melsungen die Nachfolge des verstorbenen Lehrers Ackermann an.
Die geistliche Schulaufsicht wird aufgehoben; die Schulbezirke Melsungen und Rotenburg werden vereinigt und dem Kreisschulinspektor Schmidt in Rotenburg/F. übertragen.
 
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Die Geburtsjahrgänge 1912 und älter. Rechts Lehrer Ackermann. Im Fenster sitzend Frau Riemenschneider.
Im Dezember 1920 legt Riemenschneider seine 2. Lehrerprüfung ab. Im Februar 1921 muß die Schule wegen zahlreicher Erkrankungen an Scharlach und Mumps für 1 Woche geschlossen bleiben.
Am 15.111922 wird der"Trennungsvertrag zwischen dem Kirchen- und Schulvermögen in Röhrenfurth" geschlossen. Die Schule wird als eine evangelische Bekenntnisschule anerkannt. Die Trennung des Kirchen- und Schulamtes wird für den 1. 4. 1922 ausgesprochen; die Auseinandermessung der Grundstücke erfolgte am 7. 9. 1923.
Am 1. 11.1923 wird die Schulaufsicht dem Kreisschulrat Suchsdorf übertragen, der ein Jahr später von Schulrat H. Schmidt aus Kassel abgelöst wird.
Im Februar 1929 sinkt das Thermometer auf -27 Grad und die Wasserleitung im Schulhaus friert bis in den April hinein zu.
Ende 1933 wird der Schule erstmals eine Handarbeitslehrerin zugewiesen, die Gewerbelehrerin Thea Harberg; ihr folgt im April 1934 die technische Handarbeitslehrerin Gertrud Raßner aus Kassel; für 2 Wochenstunden erhält sie eine jährliche Vergütung von 100 RM. Als sie Ende 1935 wegen Heirat aus dem Dienst scheidet, folgt ihr Frau Hanna Kürschner aus Marburg/Lahn.
Die Zahl der Schüler sinkt von 142 zur Jahrhundertwende bis 1914 auf 91 ab, steigt in 1920 auf 112, erreicht ihren Tiefstand 1929 mit 74 Schülern, steigt aber dann auf 148 in 1936. Nun wird eine 3. Lehrerstelle beantragt und als Lehrerinstelle genehmigt. Ostern 1937 wird die neuerrichtete Stelle von der Lehrerin Frl. Mathilde Heuckeroth übernommen. Ebenfalls am 1.4. 1937 wird die 1. Lehrerstelle auf Verfügung des Regierungspräsidenten in Kassel in eine Hauptlehrerstelle umgewandelt und Lehrer Lange am 1. August zum Hauptlehrer ernannt. Als er im Oktober des nächsten Jahres auf eigenen Wunsch in den Ruhestand tritt, geht die Hauptlehrerstelle auf Antrag der Gemeinde, die kein neues Schulhaus bauen möchte, wieder ein. Lehrer Riemenschneider, der seit 1919 hier unterrichtet, wird 1. Lehrer, Frl. Heuckeroth übernimmt die 2. Stelle; die 3. Lehrerstelle entfällt, obwohl im Herbst 1939 130 Kinder die Schule besuchen (Oberstufe 49, Mittelstufe 57, Unterstufe 24).

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In den Osterferien 1939 wird die Lehrerwohnung modernisiert: die bisherige Eimeranlage wird durch ein Spülklosett ersetzt. Im Juni 1939 geht Frl. Heuckeroth nach Körle, hierher kommt Lehrer Julius Volkwein aus Dagobertshausen. Den Handarbeitsunterricht erteilt als Laienkraft Witwe Anna Elisabeth Möller. Schulrat Schmidt ist vor einigen Jahren von Schulrat Gonnermann abgelöst worden.
Als im kalten Winter 1940 alle Wasserleitungen im Ort eingefroren sind, versorgen sich die Einwohner aus der Fulda und dem Mühlengraben mit Wasser. Anfang des Jahres wird die Schule wegen Kohlenmangels für einen Monat geschlossen. Ende 1940 muß Lehrer Volkwein den eingezogenen Kollegen Albrecht in Empfershausen vertreten, bis er selbst im Dezember einberufen wird. Nun versorgt Lehrer Riemenschneider nicht nur die ganze Schule, er erteilt auch jeden Montag in Empfershausen Vertretungsunterricht. Im April 1941 wird Volkwein reklamiert, muß aber jede Woche an 3 Tagen nach Empfershausen. Im Februar 1942 wird er erneut eingezogen. Mit Beginn des Sommerhalbjahres wird die Schulhelferin Christel Schölten zugeteilt, die die Mittel- und Oberstufe übernimmt. Im August 1942 endet die Vertretung in Empfershausen. Im März 1943 heiratet die Schulhelferin den damaligen Oberleutnant Zimmermann aus Röhrenfurth und scheidet gegen Ende des Jahres aus dem Schuldienst aus. Vom Herbst 1943 bis Weihnachten 1944 ist die Schulhelferin Ursula Stein aus Hofgeismar hier tätig.
Der Fliegerangriff auf Kassel am 22. 10. 1943 erschreckt die Bevölkerung zutiefst. Viele Väter, Brüder und Söhne fallen im Kriege, geraten in Gefangenschaft, werden verwundet oder vermißt. Lehrer Riemenschneider muß den betroffenen Familien die Hiobsbotschaft überbringen, was ihn seelisch stark belastet; ferner hat er Flüchtlinge, Ausgebombte, Evakuierte und Vertriebene zu betreuen und ist für die Kohlenverteilung zuständig. Der Schulunterricht erleidet Störungen vieler Art: Fliegeralarm, Erntehilfe, Sammlungen, Kartoffelkäfersuche und vieles andere mehr. Im Februar 1944 kommt die Lehrerin Leni Schreiner aus Oberzwehren. Zu dieser Zeit erhielt der erwachsene Normalverbraucher eine Zuteilung von 318 Gramm Brot täglich. Im November wird der Verbrauch von elektrischem Strom stark eingeschränkt, Brennholz muß sich jede Familie selber schlagen. Anfang 1945 geht die Schulhelferin Stein nach Hofgeismar zurück, für sie wird die Schulhelferin Rammacher aus Saarbrücken zugewiesen. Als mit dem Waffenstillstand am 8. Mai 1945 der 2. Weltkrieg beendet wird, hat Röhrenfurth 34 Gefallene und 21 Vermißte zu beklagen.

Die Amerikaner besetzen das Dorf. Auf Anordnung der Militärregierung wird die Schule geschlossen, Lehrer Riemenschneider seines Amtes enthoben und verhaftet. Im August kommt er zur Überprüfung in ein Internierten-Camp. Lehrer Volkwein ist in Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit gehen viele Bücher, Karten, Lehrmittel, Belege, Pläne, Unterlagen und Akten verloren oder fallen der Entnazifizierung zum Opfer.
Am 1. Oktober 1945 darf die Volksschule Röhrenfurth den Unterricht wieder aufnehmen. Lehrer Holzhauer und die Schulhelferin Frl. Haiverscheid unterrichten 152 Kinder. Wenig später erhält Lehrer Holzhauer eine Rektorenstelle in Melsungen und Frl. Haiverscheid muß die Schule allein versorgen. Am 1. November wird der Laienlehrer Berthold Reimann aus Melsungen mit der Schulleitung beauftragt; nun kann wieder voller Unterricht erteilt werden. Im Gasthaus Welke findet am 23. Dezember eine große Schulweihnachtsfeier statt. Lehrer Reimann scheidet im April 1946 freiwillig aus dem Schuldienst aus, um wieder in seinem Zivilberuf zu arbeiten. Lehrerstudent Günter Möller wird am 1. Mai mit der Führung der Schule beauftragt. Mitte November wird Lehrer Riemenschneider durch das Schulamt in Melsungen wieder eingestellt und übernimmt die Leitung. Im gleichen Monat scheidet Frl. Haiverscheid aus dem Dienst aus. Anfang Dezember tritt die außerplanmäßige Lehrerin Hildegard Christof aus dem Sudetenland ihren Dienst an. Riemenschneider muß auf Anordnung des Großhessischen Staatsministeriums im Januar 1947 erneut ausscheiden, weil ihm die Zulassung der Militärregierung fehlt. Im März kommt Lehrer Theodor Wenderoth aus Mosheim an die Schule und zieht im Sommer mit seiner Familie in das Schulhaus II ein. Lehrer Volkwein kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und verzieht nach Hilgershausen. Lehrer Riemenschneider bekommt im Juli 1947 die Schulleitung von Schulrat Sternberg übertragen und wird zum Hauptlehrer befördert. Die Schule wird vierklassig mit 3 Lehrkräften. Die Schülerzahl beträgt im Oktober 184, davon in 1 und 2 = 53, in 3 = 36, in 4 und 5 = 45, in 6 bis 8 = 50 Kinder. Bei nur 2 Schulsälen und 3 Lehrkräften muß wechselweise auch nachmittags unterrichtet werden. Im März 1948 geht Frl. Christof zur Weiterbildung nach Frankfurt. Ihre Stelle übernimmt im Mai die Lehrerin Frl. Marta Fröhlich aus Budweis, die im Dezember 1950 mit Herrn Leberl getraut wird.
Die Not und das Elend der Kriegs- und Nachkriegsjahre machen sich durch mancherlei Gesundheitsstörungen besonders bei der Jugend bemerkbar. Die Tuberkulose greift um sich. Durch amerikanische Maßnahmen werden Schulspeisungen eingerichtet. Dadurch wird der Kalorienwert der täglich auf Lebensmittelkarten zugewiesenen Rationen um durchschnittlich 380 Kalorien erhöht. Die Gemeinde stellt im Bürgermeisteramt einen Raum zur Verfügung, in dem die Schulspeise gekocht werden kann. Die Zubereitung übernimmt Frau Schilling, die Austeilung erfolgt um 10 Uhr auf dem Schulhof oder Klasse III. An der Speisung nehmen täglich 60 bis 70, zeitweise bis 90 Kinder teil. Sie zahlen anfangs 15, später 10 Pfennig Unkostenbeitrag, soweit sie nicht als Wohlfahrtsempfänger oder Kriegerwaisen von der Zahlung befreit sind. (Unkosten entstanden durch Transport, Kochfrau, Gerätebeschaffung, Heizmaterial und Raummiete.) Die durch Amerika gelieferten Speisen selbst waren kostenlos. Als sich nach der Währungsreform am 20. Juni 1948 die allgemeine Lage bessert, die Arbeitslosigkeit abnimmt und die Rationierung aufhört, wird die segensreiche Speisung, die im Oktober 1947 begonnen hat, im Juli 1950 eingestellt.
Um die räumliche Enge zu beheben, entschließt sich die Gemeinde unter Bürgermeister Konrad Ebert,der bei Kriegsende Bürgermeister Kilian abgelöst hat, zum Ausbau von 2 Wohnräumen im Erdgeschoß des Schulhauses zum 3. Schulsaal, der im Herbst 1948 von Bürgermeister Nödel seiner Bestimmung übergeben wird, wodurch der Nachmittagsunterricht wegfallen kann. Im Herbst 1949 wird eine 4. Lehrerstelle eingerichtet und mit dem Schulamtsbewerber Georg Siebert aus Melsungen besetzt, der im Frühjahr 1950 durch den Junglehrer Karl Schröder aus Albshausen abgelöst wird. Dieser tritt im April 1951 eine Stelle in Guxhagen an; heute ist der damalige Junglehrer der Direktor der Gesamtschule in Guxhagen. Wegen rückläufiger Schülerzahlen wird die 4. Lehrerstelle im Sommer 1951 wieder gestrichen.

Bezirks- und Kreissportfeste finden 1948 bis 1960 statt und werden in Ellenberg, Guxhagen, Körle und auf dem Heiligenberg veranstaltet.

Seit 1947 werden Schulfahrten durchgeführt:
1947    mit Bahn und Dampfer Weser abwärts bis Karlshafen
1948    Bahnfahrt zur Edertalsperre, Schloß Waldeck, Wildungen

1950    Busfahrt in die Rhön - Wasserkuppe, Rotes Moor, Kreuzberg
1951    Busfahrt zum Meißner, Höllental, Bad Sooden, Witzenhausen
1952    Busfahrt nach Höxter, Kloster Corvey, Hermannsdenkmal, Externsteine

1955    8 Wanderungen, 223 Teilnehmer fahren zum Weihnachtsmärchen
1956    Tagesfahrten in den Harz
1957    Palmengarten, Zoo, Römerberg, Goethehaus und Flughafen in Frankfurt am Main
1958    Fahrt zum Hermannsdenkmal
1959    Fahrt ins Weihnachtsmärchen mit 244 Teilnehmern ("Peterchens Mondfahrt").

Im Herbst 1951 bekommt die Schule eine technische Lehrerin zugewiesen, Frau Anschütz. Nach einem Jahr wird sie von Frau Annemarie Hüller abgelöst, einer Tochter des 1918/19 in Röhrenfurth amtierenden Lehrers Johannes Flaischlen. Zu dieser Zeit (Herbst 1952) erhält das 1. und 2. Schuljahr 12 Unterrichtsstunden, das 3. und 4. 21 Stunden und 2 Stunden Handarbeit, das 5. bis 8. Schuljahr 24 Stunden und 4 Stunden Handarbeit.
Die zunehmende Motorisierung auch der bäuerlichen Betriebe bringt eine immer stärker werdende Störung des Unterrichts mit sich. Im Oktober 1953 tritt Schulrat Sternberg in den Ruhestand, sein Nachfolger wird Schulrat Geilfuß. Nach 35 Dienstjahren am Ort läßt sich Hauptlehrer Riemenschneider am 5. Oktober 1954 wegen seiner angegriffenen Gesundheit pensionieren und zieht nach Melsungen. Bürgermeister Nödel, die Gemeindevertreter, der Gesangverein und die Schulkinder sagen ihm Dank und Anerkennung bei seinem Scheiden.
Bis Ende Mai 1955 leitet Lehrer Wenderoth die Schule. Ab 1. Juni wird Lehrer Willi Schröder, vorher Schulleiter in Albshausen, mit der Führung der Schule beauftragt und am 8. Juli zum Hauptlehrer ernannt. Zu dieser Zeit hat die Schule 114 Schüler in 3 Klassen. Im Februar 1956 singt der Schülerchor beim Liederabend des MGV12 mehrstimmige Lieder. Im gleichen Jahr beginnt die Gemeinde mit der Kanalisierung des Dorfes.
Trotz der hohen Kosten bewilligt die Gemeindevertretung einen Lehrmittelbeitrag von 1000 DM. In den Sommerferien 1957 werden alle drei Schulsäle renoviert und mit neuen Gardinen versehen, die von den Mädchen der Oberstufe unter der technischen Lehrerin Hüller genäht worden sind. Außerdem erhält der Schulsaal III eine neue Wandtafel aus Glas. Im Februar 1958 erfreuen die Schulkinder das ganze Dorf mit einem Sing- und Spielabend. Im Februar 1959 findet ein wohlgerungener Dorf abend statt, der vom Gesangverein und dem 5. bis 8. Schuljahr gestaltet wird. Zur Aufführung kommt ein von Hauptlehrer Schröder verfaßtes und einstudiertes Handpuppenspiel „Der grüne Teufel vom Grund" aus der Zeit um 1855.
Schulrat Geilfuß tritt im September 1959 in den Ruhestand; sein Nachfolger wird Schulrat Otto Caspritz.
Unter Mitwirkung der Dorfchöre führt die Oberstufe Ende Februar 1960 erneut ein Puppenspiel aus der Feder des Schulmeisters auf: "Der Wolfstein" oder " Der herrschaftliche Gutspächter und Schafmeister Krandel von Röhrenfurth". Anfang Dezember 1960 tritt Lehrer Theo Wenderoth in den Ruhestand. Im Januar 1961 übernimmt Lehrer G. Rosenstock das 4. und 5. Schuljahr. Im Frühjahr werden Handarbeiten der Mädchen ausgestellt, die unter Leitung von Frau Hüller entstanden sind sowie Werkarbeiten aus der Klasse Rosenstock. Ende Dezember 1961 erhält Röhrenfurth 3 neue Glocken, an deren Einholung sich die Schulkinder und der Gemischte Chor beteiligen.
Im Februar 1962 wird das Puppenspiel "Das träumende Dorf" Willi Schröders vom 6. bis 8. Schuljahr und dem Männer- und Frauenchor im Rahmen eines Dorfabends gezeigt, an dem auch Landrat Baier teilnimmt. Den Erlös des Abends spenden die Kinder den Opfern der Flutkatastrophe in Hamburg. Vom 1. August bis 14. September 1962 fahren 19 Schüler der Klasse III (6. bis 8.) mit Lehrer Rosenstock zum Schullandheim-Aufenthalt nach Menzenschwand in den Schwarzwald; von dort aus machen sie einen Abstecher an den Vier-waldstätter See. Am 21. Dezember wird im Rahmen eines Elternabends das Grippenspiel "In Bethlehem" aufgeführt. Die Lehrerin Frau Martha Leberl tritt am 31. März 1963 in den Ruhestand. Ihre Stelle übernimmt die apl. Lehrerin Frl. Ingelinde Eichhorn. Ende August legt der apl. Lehrer Rosenstock die 2. Lehrerprüfung ab. Auf Anraten des Vorsitzenden der Prüfungskommission Oberregierungsrat Hellthaler, wird aus der dreiklassigen Schule eine vierklassige; das 5/6. Schuljahr wird Durchziehklasse. Im Oktober 1963 übernimmt Lehrer Rosenstock die Schulstelle in Schwarzenberg, für ihn kommt der apl. Lehrer Baidur Wulf. Er unterrichtet hier 3 Jahre, dann wird er nach Landefeld versetzt. Seine Nachfolgerin ist die apl. Lehrerin Helma Taggeselle, die gerade an der Justus-Liebig-Universität in Gießen ihre 1. Staatsprüfung abgelegt hat. Schon im Jahre 1939 hatte der damalige Amtsarzt Medizinalrat Dr. Langer festgestellt, daß der Neubau einer Schule vordringlich sei.

Durch den 2. Weltkrieg, die Not- und Aufbauzeit bedingt, war das Schulproblem zurückgestellt worden. Im Mai 1959 stellt die Gemeinde einen Antrag auf Neubau einer modernen drei- bis vierklassigen Schule. Alle zuständigen Stellen erkennen die Dringlichkeit dieser Maßnahme an. Viele Pläne werden aufgestellt und wieder verworfen. Die schulische Verbindung mit Schwarzenberg wird erwogen; die Nachbargemeinde will aber nur zustimmen, wenn die Schule an der Gemarkungsgrenze gebaut wird. Dies lehnt das Kreisbauamt wegen zu hoher Erschließungskosten ab. Im Frühjahr 1962 bewirbt sich Körle um den Neubau einer vollklassigen Mittelpunktschule für die Gemeinden Körle, Wagenfurth, Lobenhausen, Empfershausen, Röhrenfurth und evtl. Schwarzenberg. Schon beim ersten Zusammentreffen aller Beteiligten wird klar, daß die beiden größten Gemeinden nicht alle Kinder in die Nachbargemeinde schicken wollen. Der Kompromiß, eine gemeinsame Mittelpunktschule in der Nähe des Mülmischtales zu bauen, wird von der Regierung wegen der hohen Erschließungskosten abgelehnt. Auf einer Bürgerversammlung am 29. Januar 1964 wird die Entschließung gefaßt, daß Röhrenfurth seine Schule behalten will, wenn schon keine Mittelpunktschule, dann wenigstens eine Schule für die Unterstufe. 20 Monate später stimmt der hessische Kultusminister dem Raumprogramm für eine zweiklassige Grundschule zu. Auf Empfehlung des Regierungspräsidenten soll die Schule in Fertigbauweise errichtet werden.

Im November 1967 beschließt die Gemeindevertretung nach einer vorausgegangenen Bürgerversammlung den Anschluß an den Gesamtschulverband Guxhagen und die Einschulung der Klassen 5 bis 8 in die dortige Mittelpunktschule, wo bereits das 9. Schuljahr unterrichtet wird. Landrat Baier und Schulrat Caspritz versprechen alles daranzusetzen, daß Röhrenfurth bald zu einer zeitgemäßen Grundschule kommt. Im Dezember fahren Gemeindevorstand und -Vertreter, Lehrer und Bauingenieur Dippel als technischer Berater unter Leitung von Bürgermeister Ackermann nach Beverungen und besichtigen ein Werk, das Gebäude in Raumzellenbauweise herstellt, anschließend zu einer auf diese Weise gebauten Schule in Karlshafen. Durch die Fertigbauweise erhofft man einen schnellen Bau und eine wesentliche Verringerung der ursprünglich auf über 350 000 DM geschätzten Kosten. Heinz Hofmann, der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, versichert, daß die Gemeinde alles tun wird, um das Ziel schnell zu erreichen, zumal ein entsprechendes Baugrundstück bereits vorhanden ist.

Am 16. November 1968 ist es endlich soweit: die innerhalb weniger Wochen im Pavillonbaustil errichtete neue Grundschule auf dem ehemals Nadler'schen Gelände an der Kreuzung Berg- und Ostwaldstraße wird in Anwesenheit zahlreicher Gäste eingeweiht und von 75 Grundschülern bezogen. Zu den Gesamtkosten von 223 000 DM erhält die Gemeinde vom Land 156 000 DM und vom Kreis 29 900 DM; die restlichen 37 100 DM trägt die Gemeinde selbst. Die aus dem vorigen Jahrhundert stammende alte Schule im Unterdorf soll verkauft werden, das 1902/03 erbaute zweite Schulhaus außer der Mietwohnung das Bürgermeisteramt aufnehmen, das dann auch nicht mehr aus nur einem Raum zu bestehen braucht.

Bei der Volkszählung Mitte 1970 stellt sich heraus, daß die Einwohnerzahl auf 1238 gestiegen ist (1967 = 1150 Einwohner), die Anzahl der Häuser von 209 in 1960 auf 264. Die Zahl der Schulkinder beträgt 81 (1971 = 85). Am 31. 7. 1971 wird Lehrerin Frl. Eichhorn auf eigenen Wunsch nach Obervellmar versetzt. Ihre Stelle übernimmt Lehrer Georg Buttstädt, der aus Wanne-Eickel kommt. Als Hauptlehrer Schröder am 31. 7. 1973 in den Ruhestand tritt, macht sich der überall herrschende Lehrermangel auch in Röhrenfurth bemerkbar, fehlen doch im Kreis Melsungen allein ca. 40 Lehrkräfte. Lehrer Günter Reichelt von der Grundschule Malsfeld wird mit 14 Unterrichtsstunden hierher abgeordnet. Lehrerin Birgit Rode von der Stadtschule Melsungen erteilt weiter 2 Stunden Textiles Werken. Zu dem Lehrermangel tritt die Schulraumnot infolge steigender Schülerzahlen.
Als ein Melsunger Elternbeiratsvorsitzender den Vorschlag macht, die Schule in Röhrenfurth aufzulösen und den Schulpavillon nach Melsungen zu versetzen, macht sich die Empörung der Bürger in Artikeln und Eingaben Luft. Der Schulelternbeiratsvorsitzende Portmann beruft am 19. 9. 1973 eine Versammlung ein, an der auch Landrat Baier und Schulrat Caspritz teilnehmen. Auf die besorgten Fragen der Elternschaft versichert der Landrat, daß weder der Magistrat der Stadt Melsungen noch der Kreis als Schulträger die Absicht haben, das Schulgebäude zu versetzen; vielmehr solle es als Kindergarten genutzt werden, sobald die Grundschüler in Melsunger Schulen untergebracht werden könnten. Schulrat Caspritz verspricht, sobald als möglich eine volle Lehrkraft zuzuweisen.

Mit Ende des Jahres 1973 hört der Kreis Melsungen auf zu existieren: im Zuge der Gebietsreform wird er mit den bisherigen Kreisen Fritzlar-Homberg und Ziegenhain zum Schwalm-Eder-Kreis zusammengeschlossen; neue Kreisstadt wird Homberg/Efze. Der bisherige Schulauf Sichtsbereich Melsungen wird umbenannt in "Schulaufsichtsbereich III des Schwalm-Eder-Kreises" und verbleibt zunächst im Gebäude der Melsunger Kreissparkasse, Kasseler Straße 44.

Die offene Lehrerstelle in Röhrenfurth wird am 1.3. 1974 durch die Lehrerin z. A. Frl. Karla Kühne besetzt. Lehrer Reichelt tritt nach 8monatiger Abordnung an seine Stammschule in Malsfeld zurück. Kinder und Eltern verabschieden ihn mit einer festlichen Kaffeetafel. Frl. Kühne übernimmt Klasse II mit voller Stundenzahl. Sie wohnt in Hess. Lichtenau und hat gerade in Waldau ihre 2. Staatsprüfung abgelegt. Auch die Schulleiterstelle wird wieder besetzt: Lehrer Buttstädt wird am 7. 3. 1974 zum Hauptlehrer ernannt.
In dieser Zeit der Umorganisation unternimmt der Elternbeirat mehrere Versuche, die Einschulung aller Kinder in Melsungen zu erreichen, wo im August die Förderstufe eingerichtet werden soll. Der Kreisausschuß verweist jedoch auf die Verabschiedung des Schulentwicklungsplanes, nach dem die Schulbezirke festgelegt und Röhrenfurth der Gesamtschule Guxhagen zugeordnet ist. Auch ein Antrag des Melsunger Magistrates und der Stadverordnetenversammlung bleibt erfolglos.

Im Juni 1974 führt die Schule die beim Schulsparwettbewerb gewonnene Busfahrt durch; sie geht durch den neuen Großkreis und berührt Homberg, den Schwarzenbörner Teich, das Knüllköpfchen, den Wildpark Knüll, Schwalm-stadt, Borken, Wabern und Felsberg.
Im Oktober 1974 stellt Schulrat Caspritz der am Monatsende nach Erreichung der Altersgrenze und 15-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand tritt, auf der Schulleiter-Dienstversammlung in Morschen seinen Nachfolger vor: Rektor Hagedorn aus Homberg/Efze. Mitte Oktober heiratet Frl. Kühne den Referendar Robert Metz aus Kirchhof.

Auch 1975 gewinnt unsere Schule den Sparwettbewerb. An der Fahrt zum Frankfurter Zoo und Flughafen nehmen 77 Kinder und 3 Mütter teil. Schulrat Hagedorn wird zur Regierung nach Kassel versetzt, die Dienstgeschäfte übernimmt Schulrat Brendel. Am 10. September zieht die Schulabteilung aus dem Melsunger Landgrafenschloß in das Kreisgebäude nach Homberg. Zu Beginn des Jahres 1976 wird jedem Schulaufsichtsbereich ein Schulpsychologe zugewiesen; unseren Bereich betreut Psychologierat Grölz. Seine Sprechstunde hält er jeden Montag von 14-16 Uhr in der Gesamtschule Melsungen, Dreuxallee 28, Tel. 3550.
 
Zu Beginn des Schuljahres 1976/77 führt die Grundschule mit Genehmigung des Regierungspräsidenten die 5 Tage-Woche ein, ohne daß dadurch eine Unterrichtskürzung eintritt; Pfarrer Sippel übernimmt 2 Wochenstunden Religion in Klasse II. Im Oktober wird Schulrat Brendel zum Schulamtsdirektor ernannt. Anfang Oktober zieht das Schulamt nach Borken um.

Am 1.1. 1978 wird als Modell das "Staatliche Schulamt für den Schwalm-Eder-Kreis" im ehemaligen Amtsgerichtgebäude in der Krausgasse 30 in Borken eingerichtet und der staatlichen Abteilung des Landratsamtes in Homberg zugeordnet. Hauptabteilungsleiter wird Schulamtsdirektor Harbusch. Das Staatliche Schulamt hat die Aufsicht über alle Grund-, Haupt-, Real-, Sonder- und Gesamtschulen, ebenfalls über die Gymnasien und Berufsschulen; dem Hauptabteilungsleiter unterstehen 4 Schulamtsdirektoren für die einzelnen Schulformen, 1 Jurist, 3 Schulpsychologen, 2 Sachbearbeiter und 2 Schreibkräfte.
Beim Schulsparen führt die Sparkasse eine Änderung ein: da unsere Grundschule die als Preis ausgesetzte Busfahrt seit Jahren mit großem Vorsprung gewinnt, läßt das Interesse der anderen Schulen immer weiter nach; um die Chancengleichheit zu vergrößeren, erhält von nun an jede beteiligte Schule 3 % des gesparten Geldes. Demzufolge bekommen wir im Juli 1978 226 DM ausbezahlt. Zusammen mit den 100 DM, die die Kirmesburschen für die Beteiligung am Festzug gestiftet haben, reicht der Betrag annähernd für die Busfahrt am 17. 7. 1978 zur Wasserkuppe, der Fuldaquelle und dem Kreuzberg. Im gleichen Monat werden die Bundesjugendspiele durchgeführt, an denen sich 45 der über neun Jahre alten Schüler beteiligen. Sie erringen 24 Sieger- und 2 Ehrenurkunden. Die Ehrenurkunden erhalten Klaus Reinbold (234 Punkte) und Bert Weber (248 Punkte), beide Geburtsjahrgang 1969.

Mit Beginn des Schuljahres 1978/79 sinkt die Zahl der Schüler auf 63, während es z. B. 1975 noch 80 waren. Im November bekommt Frau Metz Mutterschaftsurlaub. Als Vertretung erhält Frau Wenderoth aus Beiseförth einen Lehrauftrag mit 21 Wochenstunden, von der Stadtschule (Schloth) in Melsungen wird die technische Lehrerin Frau Lohse-Schreiter aus Haldorf mit 5 Wochenstunden abgeordnet, Pfarrer Sippel erteilt im Rahmen seines Gestellungsauftrages weiterhin 2 Wochenstunden Religionsunterricht - somit hat die Klasse keinen Stundenausfall. Anfang Januar 1979 fällt ungewöhnlich viel Schnee, die Straßen sind teilweise unpassierbar, die Weihnachtsferien werden um 3 Tage verlängert. Im März werden 14 Schulanfänger angemeldet. Nach den Osterferien nimmt Frau Metz, deren Tochter Antina im Januar geboren wurde, ihren Dienst wieder auf, was von allen freudig begrüßt wird. Wegen ihres Säuglings stellt sie einen Versetzungsantrag nach Hess. Lichtenau, ihrem Wohnort. Zum Ende des Schuljahres erfolgt ihre Versetzung in den Werra-Meißner-Kreis. Sie scheidet ungern. Kinder und Eltern bedauern ihren Fortgang sehr und verabschieden sie mit einer festlichen Kaffeetafel. Ihre Stelle wird am 1. 8. 1979 von dem Lehrer Heinz Kunzendorf übernommen, der zuletzt 4 Jahre an der Sonderschule für Lernbehinderte in Melsungen unterrichtet hat. Anfang Dezember führt der im Oktober neugewählte Elternbeirat einen Bastelabend für Weihnachtsschmuck durch. Auch ein Gymnastikkurs "Mütter turnen mit den Kindern" wird angeboten, der so regen Zuspruch findet, daß er aufgeteilt werden muß. Im Mai 1980 teilt die Schulverwaltung mit, daß die Stadt Melsungen beabsichtige, neben dem Feuerwehrgerätehaus auf der Grünfläche der Schule eine Mehrzweckhalle zu bauen. Nach Rücksprache mit dem Elternbeirat stimmt die Schule der Abtretung des Geländes unter gewissen Vorbehalten zu. Der Bau wird jedoch aus finanziellen Gründen zurückgestellt und das Gasthaus am Bahnhof als Dorfgemeinschaftshaus eingerichtet.

Am 26. 6. 1980 stirbt der Hauptlehrer i.R. Willi Schröder in Kassel nach einer Operation und wird am 2. Juli unter großer Anteilnahme der Röhrenfurther Bevölkerung, des Chores und der Kollegenschaft auf dem neuen Friedhof in Melsungen zu Grabe getragen.

An einem freien Sonnabend im Juni malen zahlreiche freiwillige Schüler die von den Mitgliedern des Elternbeirates Sohl, Helmke und Deist auf dem Schulhof vorgezeichneten Spielfelder, -kreise und Hüpfkästen bunt aus. Die Schulfahrt im Juli führt nach Hann. Münden zum Rathaus und zum Weserstein, anschließend in den Märchenzoo Ziegenhagen. In den Sommerferien werden alle Fenster der Schule von außen neu gestrichen und der Fußbodenbelag an einigen Stellen repariert. Auch die Wandschiebetafel in Klasse II wird neu verschiefert. Auf der Schulwiese stellt der Elternbeirat im Oktober 2 Fußballtore auf. Die Kosten dafür, wie auch für die Farben und Pinsel, die zum Bemalen des Schulhofes benötigt wurden, stammen aus der Sonderaktion "Kinderfreundlicher Schulhof". Im Dezember beteiligen sich die Kinder an den Adventsandachten, die Pfarrer Knuth in der Kirche abhält.

Zu Beginn des Schuljahres 1981/82 beträgt die Schülerzahl 41. Am 3. 9. 1981 muß das Zylinderschloß der Schultür, wie im Jahr zuvor, mitsamt den Türscheiben erneuert werden, da es verstopft und damit unbrauchbar gemacht worden war. Der Schaden beläuft sich auf 769 DM, die der Steuerzahler zu tragen hat, da die Polizei den Übeltäter nicht ermitteln kann.
Am 18. September wird der neue Elternbeirat gewählt. Im November werden den betroffenen Schulen im Rahmen des Anhörungsverfahrens die Vorschläge zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes zugestellt. Die unsere Schule betreffenden Passagen lauten folgendermaßen:
"Die Zusammenlegung der Grundschulen Körle und Melsungen-Röhrenfurth ist notwendig. Folgende Organisationsform wäre vorzuschlagen: 1. und 2. Schuljahr wird an beiden Schulen, das 3. und 4. Schuljahr in Körle beschult." "Die Zuordnung der Schüler des Stadtteils Melsungen-Röhrenfurth an die Gesamtschule stellt den Bestand der Gesamtschule Guxhagen zahlenmäßig nicht unbedingt in Frage. Die Zuordnung dieser Grundschule zur Gesamtschule Guxhagen muß aber wegen den mit dem Kreis Kassel-Land getroffenen Vereinbarungen erhalten bleiben."
Daraufhin tagt der Elternbeirat am 14. 12. 1981 und am 5. 1. 1982. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat wird am 13. 1. 1982 im Dorfgemeinschaftshaus eine Versammlung durchgeführt, um die Meinung der Eltern zu der vorgeschlagenen Änderung zu hören. An der starken Beteiligung ist die Verbundenheit der Bürger mit ihrer Schule zu erkennen. Während der 1. Kreisbeigeordnete Baier als Schuldezernent des Kreises und Schulamtsdirektor Brendel als Vertreter des Staatlichen Schulamtes die Umschulung des 3. und 4. Schuljahres nach Körle befürworten, unterstützen alle anderen Versammlungsteilnehmer einmütig den Wunsch des Eltern- und Ortsbeirates, die Schule so zu belassen wie sie ist, zumal in wenigen Jahren die Schülerzahlen wieder stark ansteigen werden, was die Statistik ausweist. Ortsvorsteher Hofmann und Elternbeiratsvorsitzender Sohl fordern nach lebhafter Debatte den Kreis als Schulträger auf, alles zu tun, um dem Elternwillen Rechnung zu tragen und die Röhrenfurther Grundschule in der jetzigen Form bestehen zu lassen. Sollte allerdings eine Umschulung nach Körle unumgänglich sein, müsse festgeschrieben werden, daß
1.    das 1. und 2. Schuljahr auf jeden Fall in Röhrenfurth bleibt,
2.    das 3. und 4. Schuljahr bei Erreichung einer Gesamtschülerzahl von ca. 50
wieder in Röhrenfurth beschult wird, wenn dies dann immer noch der
Wunsch der Eltern sein sollte.
Dies sicherte der Schuldezernent zu.
Am 14. Januar findet eine Kreisversammlung der GEW in Melsungen statt, auf der beschlossen wird, sich für die Röhrenfurther Belange einzusetzen. Auch der Melsunger Magistrat will dafür eintreten, daß unsere Schule in ihrer derzeitigen Form erhalten bleibt; er sähe sogar gern, daß die Grundschulkinder aus Emp-fershausen nach Röhrenfurth kämen. Sollte aber den Wünschen vom Kreis nicht entsprochen werden, dann besteht Melsungen darauf, daß das 3. und 4. Schuljahr in Melsunger Schulen unterrichtet wird, wie das auch im Grenzänderungsvertrag festgeschrieben worden ist.
So schließt sich nun der Kreis, wenn Röhrenfurth in diesem Sommer sein 800-jähriges Bestehen feiert; wie der Anfang liegt auch die Zukunft der Röhrenfurther Schule im Ungewissen Dunkel.


Georg Buttstädt

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